Beihilfe zum Mord -  Ohne uns

Flugblatt und Pressemitteilung zum Prozeß gegen den Totalverweigerer Marko am 26.3.1999

Marko L. wird heute vor dem Amtsgericht wegen Dienstflucht angeklagt. Er zog es vor, den Ersatz-Wehrdienst (Zivildienst) nicht anzutreten.
Zivildienst ist Kriegsdienst. Den Kriegsdienst an der Waffe aus Gewissensgründen zu verweigern, ist nach deutschem Grundgesetz möglich. Gezwungen zum Kriegsdienst ohne Waffe (auch Zivildienst genannt) wird allerdings nach Wehrpflichtgesetz jeder Wehrplichtige, auch wenn dieser nach Antragstellung als Kriegsdienstverweigerer anerkannt wird. Verweigert mensch jeglichen Kriegsdienst, begeht dieser eine Straftat, welche mit bis zu 5 Jahren Freiheitsentzug geahndet werden kann. Die Möglichkeit, im Krieg eingesetzt zu werden, besteht beim sogenannten Bündnisfall (Krieg in einem Bündnisland der NATO), auch wenn mensch seinen Zivildienst längst abgeleistet hat. Das Aufgabenfeld im “Ernstfall“ umfaßt Waffenproduktion, Minenentschärfung, Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft verwundeter Soldaten oder Essensversorgung des “Kanonenfutters“ im Schützengraben sowie verschiedene primitive Arbeiten “hinter der Front“.
Abgesehen von der militärischen Verplanung, gibt es eine Vielzahl von Gründen, die die Ableistung dieses Zwangsdienstes von selbst verbietet. Sind Sie hilfs- und pflegebedürftig, werden Sie nicht von Fachkräften Zivildienst ist Kriegsdienstoder Ihnen nahe stehenden Personen betreut, sondern von unqualifizierten, unmotivierten, zum Hilfsdienst Gezwungenen versorgt. Bei Komplikationen kann kein Laie ernsthaft garantieren, adäquat zu reagieren. Dies ist staatliche Verantwortungslosigkeit gegenüber Behinderten und pflegebedürftigen Menschen. Der Einsatz im Gesundheitswesen macht Zivildienstleistende außerdem zu Jobkillern. Durch sie wird nicht nur die Arbeitsqualität, sondern auch das Lohnniveau heruntergedrückt. Billig oder kostenfrei sind sie nur für die Wohlfahrtsverbände. Gesellschaftlich gesehen ist ein Zivildienstleistender nicht kostengünstiger gegenüber Fachkräften, bezieht mensch Musterungsverfahren, verlängerte Studienzeiten, Kriegsdienstverweigererverfahren, Bearbeitungs- und Verwaltungsaufwand usw. mit ein.
Die Wehrpflicht ist kein legitimes Kind der Freiheitlich-Demokratischen-Grundordnung, soweit mensch noch von einer solchen sprechen kann, nachdem immer mehr bürgerliche Rechte   abschaffende Klauseln, die die Bundesrepublik zur Sicherheitsbastion gegen Minderheiten und   ungebetene Meinungen macht, verabschiedet wurden. Der staatlich auferlegte Zwangsdienst widerspricht dem vorhandenen Grundrecht auf freie Wahl von Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildung