Ex-Naziterrorist patrouilliert durch Freienwalde/Wriezen
Antifa Bad Freienwalde – [25.09.2009]
Im Zuge des Wahlkampfes um die Brandenburger Bürgerschaft patrouillierte gegen späten Vormittag, die rechtsextreme “Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD), am Freitag dem 25.09.2009 zum wiederholten Male durch Bad Freienwalde und Wriezen. Bei dem Lautsprecherwagen, gefahren durch den Ex-Naziterroristen Peter Naumann, handelte es sich um einen weißen Ford Escort mit dem amtlichen Kennzeichen: DD-ES 3993. Aus den Lautsprechern dröhnte das Wahlprogramm der NPD, abgespielt vom Band. Das Auto war zum Teil mit Wahlwerbung behangen, um eben für diese Partei zu werben.
Nachdem er seine Tour vorzeitig am Scheunenberg in Freienwalde, wegen antifaschistischem Engagement seitens einiger SchülerInnen des Bertolt-Brecht-Gymnasium abbrechen musste, fuhr er die Ortsteile Altranft und Rathsdorf an. Sein Ende fand er schließlich am Nachmittag in Wriezen.
Bei der Person Naumann, einem studierten Chemiker handelt es sich um einen Ex-Terroristen, der sich auf Sprengstoff spezialisiert hat. Er beging unter anderem im Jahre 1978 ein Sprengstoffattentat auf eine antifaschistische Denkmalanlage der “Fosse Ardeatine“ in der Nähe von Rom, außerdem sprengte er mit Komplizen zwei Fernsehsendemasten in die Luft, mit der Intention die Aussendung des Filmes “Holocaust“ zu boykottieren. Zudem wurden mehrmals Waffenlager entdeckt, die eindeutig ihm zuzuordnen waren. 1981 eines in der Lüneburger Heide wo circa 150 kg Sprengstoff, 50 Panzerfäuste und 13.520 Schuss Munition deponiert waren. Weitere 13 Waffendepots übergab er im Jahr 1995 an Beamte des Bundeskriminalamtes, in denen sich insgesamt 27 kg des hochexplosiven Sprengstoffs TNT befanden. Heute engagiert sich Naumann für die NPD und diverse “Untergrundorganisationen“.
Zuletzt trat die NPD des Kreies Oderland zusammen mit der so genannten “Kameradschaft Märkisch Oder Barnim“, am 25. April 2009 in Freienwalde und Wriezen mit einem Informationsstand und am 13. Juni durch eine “Mahnwache“, unter dem Motto “Bad Freienwalder Jugend gegen linke Gewalt“, öffentlich in Erscheinung.
Stadt setzt Zeichen gegen Extremismus
Märkische Oderzeitung - [07.09.2009]
Ein Zeichen gegen Extremismus in öffentlichen Einrichtungen will die Stadt Bad Freienwalde setzen. Auf ihrer Sitzung folgten die Stadtverordneten einem Antrag der Bildungsausschuss. Ihr Beschluss beinhaltet, dass die Stadt die Stiftung SPI beauftragt, ein Konzept zur Bekämpfung von Rechtsextremismus zu erarbeiten. Dabei sollen zunächst die Hausordnungen aller Schulen der Kurstadt so vereinheitlicht werden, dass "menschenverachtende" Kleidung und Symbolik nicht mehr zur Schau gestellt werden dürfen. Vor dem Votum war die Beschlussfassung auf Antrag von Burkhard Binder (WG Insel) dahingehend verändert worden, dass gegen jegliche Art von Extremismus vorgegangen werden soll.
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