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Der erste eingebettete Protest

Live 8 and G8 are attempts to hijack justice campaigns

Kay Summer und Adam Jones
Samstag 18.6.2005
The Guardian

Kurz nachdem Bob Geldof eine Million Menschen dazu aufgerufen hat, am 1. Tag des G8 Gipfels nach Edinburgh zu kommen, wurde Midge Ure, der Mitorganisator der Live8, gefragt, ob er sich nicht Sorgen machen würde, dass die Veranstaltung von AnarchistInnen übernommen werden würde. Seine Antwort war, dass es die Live8 ist, die die Veranstaltung von den AnarchistInnen übernimmt. Es liegt mehr als ein Kern der Wahrheit in dieser Äusserung. Was allerdings auch zunehmend klar wird, ist dass Blair und Brown andererseits auch etwas Ähnliches versuchen mit der Live8 und der Make Poverty History Bewegung.

Die Art wie der Gipfel diskutiert wird scheint mehr und mehr nur ein zynischer Versuch zu sein, ein Teil von der Bewegung die oft die 'Globale Gerechtigkeits-' oder 'Anti-kapitalistische' Bewegung genannt wird abzukaufen, indem sie so tun als würden sie sich mit ihren Hauptthemen befassen: globale Armut und Ökologische Krise.

Dieser Gipfel ist der erste der in Grossbritannien stattfindet seit der Schlacht von Seattle, ein Ereignis das die heutige anti-kapitalistische Bewegung ins öffentliche Bewusstsein gebracht hat und es geschafft hat, sowohl mit den 'es gibt keine Alternative' Phrasen des Neoliberalismus, als auch die 'eine Grösse passt alle' Dogmas der alten Linken zu brechen.

Dies war eine führerlose Bewegung die anfing, davon zu reden, wie wir mannigfaltige Gemeinschaften mit Selbstbestimmung, direkter Demokratie und ökologischer Tragbarkeit schaffen können. Sie riefen 'Eine andere Welt ist möglich'. Eine Welt natürlich frei von Armut, aber auch frei von der G8, deren raison d'etre es ist ein System, das die Verfolgung von privatem Profit über Menschen und Planet prioritisiert, zu verwalten. In anderen Worten, sie sprachen über eine Welt ohne den Kapitalismus.

Blair und Brown wollen keine Wiederholung von dem was in Seattle, Genoa, oder jeglichen anderen Gipfeln geschah die alle von Massenunruhen begleitet waren. Sie wollen ein insziniertes, harmloses Spektakel, und so spielen sie mit Live8 und Make Poverty History mit, und schaffen damit den ersten 'eingetteten' Massenprotest.

Dass Blair ein Armband von Make Poverty History trug und Brown ein bescheidenes neues Programm zur Schuldenerleichterung vorstellte (allerdings ein Programm mit strengen Bedingungen), waren vorsichtig manipulierte Spektakel um den Fakt zu verbergen, dass die Politik der G8 am Kern der Probleme der Welt liegt.

Während das Zusammenkommen von hunderten von tausenden Leuten für die Make Poverty History und Live8 Ereignisse sicherlich als ehrlichen Ausdruck menschlicher Solidarität verstanden werden sollte; wenn wir es Ernst meinen, die Art wie die Welt funktioniert ändern zu wollen, ist es notwendig dass wir bei dem Versuch nicht 'poverty of history' machen.

In anderen Worten, wir müssen uns fragen wer, historisch gesehen, die Subjekte von Veränderungen gewesen sind? Und, wichtigerweise, wer dazu fähig ist, die heutige Welt zu verändern? Die Antwort ist natürlich nicht Bob und Bono. Aber auch nicht Blair und Brown. Es sind normale Alltagsmenschen. Es sind wir. Und du.

Diejenigen die über die Macht verfügen, nicht nur 'Armut' 'Geschichte' zu machen, sondern Geschichte selber zu gestalten, sind dieselben wie schon immer gewesen: normale Menschen, die Aussergewöhnliches tun.

Die heutige anti-kapitalistische Bewegung die auf den Strassen voller Tränengas in Seattle geboren wurde gehört zu einer langen Geschichte des Kampfes: die Haymarket Märtyrer die für den acht Stunden Tag kämpften und starben; die antifaschistischen KämpferInnen im Spanischen Bürgerkrieg; Südafrikanische Townships die sich weigerten zu hohe Wasserechnungen zu zahlen; die ökologischen AktivistInnen die dem Strassenbauprogramm in Grossbritannien in den '90ern Widerstand leisteten; die ArbeiterInnen in den besetzen Fabriken in Argentinien; die BewohnerInnen der Insel Skye, die ihr Recht auf freie Bewegung zurückgewannen; die Indigenen in Bolivien, die die Privatisierung natürlicher Vorkommen bekämpfen. Geschichte wird von Leuten gemacht, die sich weigern nach den Regeln zu spielen, die sich weigern, den Mächtigen höflich ein paar Krümel abzubetteln.

Wenn die Mengen, die sich am 6.7. zur Eröffnung des G8 Gipfels in Edinburgh versammeln, sich dazu entscheiden, nicht die ihr zugedachten Rollen in dem Spektakel der Macht zu spielen, sondern sich mit denen zusammenzutun die versuchen, den Gipfel direkt mit Blockaden anzugreifen, wobei sie echte Alternativen zu der Art wie wir momentan leben demonstrieren, wird Geschichte vielleicht eines der Sprünge gemacht haben die nur einige Male in einer Generation stattfinden - ein Sprung, der uns an unsere eigene Macht, Sachen zu ändern glauben lässt.

* Adam Jones ist bei Brighton Dissent! Kay Summer stammt von dem Common Place Social Centre in Leeds; beide arbeiten mit dem Dissent! Netzwerk, das radikalen Widerstand zu dem G8 Gipfel 2005 propagiert.

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