AKTUELLES


Veranstaltungsreihe "Gewalt gegen Frauen im Nationalsozialismus und ihre Rolle im Erinnerungsdiskurs"

07.02.2008

19:30 Uhr
Leipzig
Conne Island
Koburger Str. 3

Sexzwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern

Vortrag und Diskussion mit Christa Paul

Kriminalisierung, Kasernierung und Verfolgung von Prostituierten waren die eine Seite nationalsozialistischer Politik. Die andere Seite war die von staatlichen Institutionen initiierte Errichtung eines Netzes von Bordellen unterschiedlicher Kategorien: Bordelle für Wehrmachtsangehörige, Bordelle für Fremd- und Zwangsarbeiter und Bordelle für Häftlinge in Konzentrationslagern.
In den Bordellen für Häftlinge der Konzentrationslager mussten Frauen aus den Konzentrationslagern Ravensbrück und Auschwitz-Birkenau arbeiten. Sie hofften auf eine in Aussicht gestellte Entlassung aus den Konzentrationslagern oder auf bessere Überlebensbedingungen im Konzentrationslager.
Die staatlich errichteten Bordelle waren Teil des nationalsozialistischen Terrors und Teil der Geschichte sexualisierter Gewalt an Frauen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die staatlich errichteten Bordelle tabuisiert. Dadurch konnten die Frauen, die in den Bordellen arbeiten mussten, ihre Erfahrungen nirgendwo erwähnt finden. Nur vereinzelt sprechen Frauen über ihre Zeit in einem KZ-Bordell. Die meisten Frauen schwiegen, weil es sexualisierte Gewalt war, die sie erlitten, und weil sie befürchteten, diskriminiert zu werden. Der Bericht einer Frau, die in einem KZ-Bordell arbeiten musste, wird vorgestellt. Beleuchtet wird auch die Entschädigungspolitik, insbesondere in Hinblick auf ihre Bedeutung für das Schweigen über die Lagerbordelle.

Christa Paul ist Autorin des Buchs "Zwangsprostitution: Staatlich errichtete Bordelle im Nationalsozialismus".



21.02.2008

19:30 Uhr
Leipzig
Conne Island
Koburger Str. 3

Zwangsarbeiterinnen in Ravensbrück

Lesung und Filmmaterial mit Loretta Walz

In einer Mischung aus Lesung und Filmausschnitten stellt Loretta Walz Überlebende des Frauen-KZs Ravensbrück vor. In diesem Lager nördlich von Berlin waren über 130.000 Frauen und Kinder inhaftiert. Zehntausende wurden systematisch ermordet oder starben auf Grund der Lagerbedingungen.
Die meisten der Überlebenden haben nie von der Schreckenswelt des Konzentrationslagers gesprochen. Gegen Hunger, Tod und Verzweiflung täglich neu ums Überleben zu kämpfen, schließlich mit der Erinnerung an die tiefste Erniedrigung weiterzuleben – jahrzehntelang wollte es niemand wissen.Loretta Walz befragt in Ihrem Buch "Und dann kommst du dahin an einem schönen Sommertag" Überlebende nach ihrem ganzen Leben, nicht nur den Jahren in Ravensbrück.
Neben der Arbeit der Referentin und ihren Erfahrungen bei den Interviews wird der Schwerpunkte der Veranstaltung auf Inhaftierte als Zwangsarbeiterinnen in den SS-Werkstätten und Siemenswerken liegen.

Loretta Walz ist Autorin und Regisseurin. Sie beschäftigt sich seit 1980 mit den Lebensgeschichten von Überlebenden aus Ravensbrück. Insgesamt führte sie 200 Interviews



26.02.2008

20:00 Uhr
Leipzig
UT Connewitz

Die Frauen von Ravensbrück

Dokumentarfilm von Loretta Walz (2005, 90 min.)

"Die Frauen von Ravensbrück" ist der erste umfassende Dokumentarfilm über das größte Frauen-Konzentrationslager der NS-Geschichte.



Gefördert durch die


18.03.2008

19:30 Uhr
Leipzig
Conne Island
Koburger Str. 3

Vergewaltigung im deutschen Opferdiskurs

Vortrag und Diskussion mit Regina Mühlhäuser

Regina Mühlhäuser diskutiert die Bedeutungen sexueller Gewalt durch alliierte, insbesondere sowjetische Soldaten in den Erinnerungsdiskursen in beiden Teilen Deutschlands und nach 1990. Dabei geht es auch um Vergewaltigungen durch Wehrmachtssoldaten, die bis heute ein Tabu darstellen.
In aktuellen Debatten – z.B. über den ARD-Zweiteiler "Die Flucht" oder das Tagebuch "Eine Frau in Berlin" – ist oft zu hören, sexuelle Gewalt durch Soldaten der Roten Armee sei bis jetzt ein Tabuthema gewesen. Für die Nachkriegsgeschichte der DDR kann man dies sagen. Ein Blick auf die BRD zeigt jedoch, dass die Vergewaltigungen ab den 1950er Jahren zur Metapher wurden, um Deutschland als "Opfer der Russen" zu stilisieren. Darin kamen die konkreten Gewalterfahrungen von Frauen allerdings nicht vor. Die Vergewaltigungen wurden als nationale Erfahrung entsexualisiert. Frauenorganisationen, die dies als Mangel thematisieren, landen schnell auf der Seite der Vertriebenenverbände. Die Referentin diskutiert außerdem, auf welche Weise sich betroffene Frauen dazu äußern, und wie im Laufe der autobiografischen Erzählung der Konflikt zwischen Zeitzeuginnenschaft und Erinnerungskultur an Reibung gewinnt.

Regina Mühlhäuser ist Mitglied der AG "Krieg & Geschlecht" am Hamburger Institut für Sozialforschung. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Sexuelle Gewalt im Krieg sowie Gender und Sexualität im Nationalsozialismus.


Gefördert durch den


Redebeitrag des AFBL zur Ladenschluss!-DEMO am 3.10.07


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RADIO ISLAND #37 vom 03.07.2007 u.a. mit einem Beitrag zum zehnten Geburtstag des AFBL
TIPKIN #21 vom 16.06.2007 Der Antifaschistische Frauenblock Leipzig zu Gast im Interview zum 10jährigen Jubiläum.


 

"Deutsche Umtriebe"

Veranstaltungsreihe gegen den deutschen Geschichtsrevisionismus in Zusammenarbeit mit LeA

 

Deutsche Fluchtgeschichten-- "Flucht und Vertreibung" im deutschen Film und Fernsehen

Vortrag und Diskussion mit Tobias Ebrecht

17. April 18:00 - Städtisches Kaufhaus Neumarkt 9-19 Raum 02.08

 

Vergewaltigung im deutschen Opferdiskurs

Vortrag und Diskussion mit Regina Mühlhäuser

24. April 18:00 - Städtisches Kaufhaus Neumarkt 9-19 Raum 02.08

 

weitere Infos unter http://www.deutsche-umtriebe.tk/

 

Kopftuch als System

mit Fathiyeh Naghibzadeh (Filmemacherin "Kopftuch als System- Machen Haare verrückt?") und einer Vertreterin des AFBLs

Kopftuch, Ehrenmorde und Zwangsheiraten sind in Westeuropa mittlerweile nicht zuletzt durch die Anklage feministischer Muslima zu kontrovers diskutierten Problemen geworden. In der Linken herrscht aufgrund einer befürchteten Nähe zu konservativen, rassistischen Positionen eine Scheu vor der Benennung und kritischen Auseinandersetzung mit der Problematik von patriarchaler Gewalt in islamischen Communities. Lieber wird sich hinter einer kulturrelativistischen Toleranz verschanzt.
Von Konservativen wird die islamkritische Forderung einer universalen Emanzipation der Frau als Motor einer rassistisch motivierten Integrationsdebatte instrumentalisiert. Die so geführte Diskussion lässt weder Raum für eine grundlegende Kritik am strukturellen Rassismus noch am Sexismus in der deutschen Gesellschaft. Mit der Kritik an einem kulturbedingten Sexismus lässt sich leicht die Trennung von "Uns" und "den Anderen" aufmachen.

Allen Debatten ist gemeinsam, dass Frauen zumeist nur als Opfer vorkommen. Als politische Subjekte mit politischen Forderungen werden sie selten ernst genommen.
Unterstützende, feministische Positionen, die sich von einem instrumentellen Verhältnis zur Kritik an patriarchaler Gewalt abgrenzen, sind wenig zu finden.


04.10.2006, 19:30, Conne Island

Einleitungsreferat des AFBLs

 

Tschlaaand halts Maul!!!

Gegen den nationalen Taumel haben wir Aufkleber gedruckt, die Ihr bei uns bestellen könnt.

 

 

Sommerfilm: "Fremde Haut"

Ein Film von Angelina Maccarone (Sommerkino - umsonst und draußen)

Sie ist jung, sie ist schön, sie ist intelligent. Und sie liebt Frauen. Dafür droht der Dolmetscherin Fariba (Jasmin Tabatabai) in ihrem Heimatland Iran die Todesstrafe. Nachdem ihr lesbisches Verhältnis von unerbittlichen Sittenwächtern entdeckt wurde, flieht sie nach Deutschland. Nach Ablehnung ihres Asylantrages am Flughafen Frankfurt droht ihr die Abschiebung. Der Selbstmord eines iranischen Mitinsassen (Navid Akhavan) eröffnet ihr einen Ausweg aus der verzweifelten Situation: Fariba nimmt seine Identität an und erhält als Siamak Mustafai eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung in der schwäbischen Provinz. Die kultivierte Großstädterin in fremder Haut landet in einem kleinen Kaff. Sie kennt Deutschland aus der Literatur - auf Sielmingen ist sie nicht vorbereitet.
Sie spricht wie ein Mann, geht wie ein Mann, gibt sich wie ein Mann. Und will nur eins: ihre weibliche Identität zurück. Um einen falschen Pass bezahlen zu können, arbeitet sie illegal in einer Sauerkrautfabrik und lernt Anne (Anneke Kim Sarnau) kennen, eine junge Kollegin. Die findet Gefallen an dem seltsamen Fremden. Fariba kann nicht widerstehen, zögert aber, ihren Gefühlen nachzugeben, um ihre Siamak-Fassade nicht zu gefährden; dann offenbart sie ihr Geheimnis und das Glück scheint zum Greifen nah.

Conne Island Garten 18.Juli 2006 21:30

 


"Täterinnen im Nationalsozialismus"

Film und Vortrag

"Kann denn diese schöne Frau eine Mörderin sein?"


Mit diesen und ähnlich absurden Argumenten wurden Täterinnen nach dem NS
entlastet. Dass Frauen keineswegs friedfertig und unschuldig waren, soll
dieser Vortrag und Film zeigen. An dem mörderischen System des
Nationalsozialismus waren Frauen wie Männer beteiligt. Teilweise in verschiedenen
Tätigkeitsfeldern, jedoch nicht weniger brutal.

28.03.2006, 20:00 Uhr, Leipzig, B12 (Braustrasse 20)

| Eine Veranstaltung von: AFBL | B12 | JBI - Jugendbildungsinitiative |
Weitere Infos unter: http://left-action.de/b12

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"Politischer Islam im Iran"


Antisemitismus und Repression in der Gesellschaft Referent: Wahied Wahdat-Hagh, Mitarbeiter des Middle East Media Research Institute (MEMRI) in Berlin und Autor von: Die islamische Republik Iran. Die Herrschaft des politischen Islam als eine Spielart des Totalitarismus, LIT Verlag, Münster 2003.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad äußerte sich auf der Konferenz A World without Zionism im November 2005 offen gegen Israel und leugnete den Holocaust. Israel und den Zionismus charakterisierte er in seiner Rede als Brückenköpfe des Westens gegen die islamische Gemeinschaft. Vor diesem Hintergrund betonte er die Notwendigkeit, Israel zu vernichten und beschrieb dies als ein »erreichbares Ziel«. Seitdem wird auch in der Öffentlichkeit die antisemitische Propaganda des Iran wahrgenommen.
Europäische Regierungen schienen geradezu überrascht, ob der deutlichen Kampfansage gegen Israel und alle Jüdinnen und Juden. Der Al-Quds Tag, der von Khomeini ausgerufene internationale Propagandatag zur »Befreiung« von Jerusalem, wird aber in den arabischen Staaten und besonders im Iran bereits seit 1979 gefeiert. Zwar gerät der Iran auch im Zusammenhang mit dem Atomprogramm und den gewalttätigen Reaktionen auf die Mohammed-Karikaturen in die Kritik der europäischen Staaten, der kritische Dialog mit dem islamistischen Staat soll aber weitergeführt werden. Damit wird das repressive Regime gefestigt, anstatt als Verhandlungspartner in Frage gestellt.
Der Iran Experte Wahied Wahdat-Hagh vom Middle East Media Research Institute (MEMRI) Berlin erläutert in seinem Vortrag die innenpolitische Situation im Iran, staatliche Repressionen im Alltag, das Potenzial für eine Demokratisierung des Iran sowie die gesellschaftliche Unterstützung von Antisemitismus. Die Verbreitung von Holocaust-Leugnung und Judenhass wird u.a. anhand von Fernsehbeispielen verdeutlicht.

16.02.2006, 19:30 Uhr, Leipzig, Conne Island (Koburger Str. 3)

 

 

 

 
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