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Berlin: Liebknecht-Luxemburg-DEMO mit "Klau zurück"-Block der ALB +++ Veranstaltungen und Fiesta Zapatista +++

+++ 11.01.2004 +++ Liebknecht-Luxemburg-DEMO in
Berlin! +++

+++ klau zurück! +++

Am 11. Januar 2004 findet in Berlin die alljährliche
LL-Demo in Gedenken an die 1919 von reaktionären
Freikorps ermordeten KPD-Revolutionäre Karl Liebknecht
und Rosa Luxemburg statt. Auch wir – die
Antifaschistische Linke Berlin – sind wieder mit
dufter Musik dabei! Doch das ist nicht alles: Mit
unserer Beteiligung an der nach wie vor großen
Veranstaltung in winterlicher Kälte wollen wir
keineswegs in ein plattes Gedenkritual verfallen,
sondern deutlich machen, dass der antikapitalistische
Kampf für eine gerechte Gesellschaft ohne Ausbeutung,
Unterdrückung, Faschismus und Krieg – das Ziel, mit
dem Luxemburg und Liebknecht untrennbar verbunden sind
– nach wie vor für die Linke Aktualität besitzt.

Heute – 85 Jahre nach dem Tod der beiden – gewinnt die
kapitalistische Globalisierung immer mehr an Dynamik
und verschärft soziale Probleme weltweit. In vielen
Teilen der Erde bleibt den Menschen die Befriedigung
elementarer Lebensbedürfnisse verwehrt.
Auch hier in der Bundesrepublik sind Widersprüche
aufgebrochen, die bereits als überwunden galten:
Instabilität und Unsicherheit sind zu den prägenden
Sozialerfahrungen geworden. Nicht nur die Schere
zwischen Arm und Reich hat sich beträchtlich geöffnet,
unaufhaltsam wächst auch die Zahl der Menschen, die
für den Arbeitsprozess einfach nicht mehr benötigt und
zwangsläufig an den sozialen Rand gedrängt werden.
Gleichzeitig etablieren sich in der Arbeitswelt
Sektoren, in denen die Löhne so niedrig sind, dass mit
ihnen eine Existenz nur unterhalb der Armutsgrenze
möglich ist. Sozialdestruktive Entwicklungstendenzen
einer auf industrieller Ausbeutung und
Kapitalverwertung basierenden Gesellschaftsformation,
die zeitweise durch den politischen Druck der
Arbeiterbewegung entschärft werden konnten, sind somit
wieder real geworden. Gleichzeitig findet zwischen den
Staaten ein internationaler Kampf um den „günstigsten
Investitionsstandort“, um die rentabelsten
Arbeitskräfte und die niedrigsten Sozialstandards
statt.
Der Kapitalismus klaut! Aufgrund von veränderten
gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen wird der Druck
auf alle Lohnabhängigen verstärkt und sämtliche
sozialen Errungenschaften zur Disposition gestellt.
Mit dem Drängen auf Arbeitszeitverlängerung und nach
mehr Sozialabbau werden uns nicht nur mehr und mehr
materielle Bedürfnisse verwehrt sowie Lebenszeit
geraubt, sondern auch selbstbestimmte
Entwicklungsperspektiven abgesprochen. Zur
Rechtfertigung des neoliberalen Kapitalismus und zur
Verharmlosung der unsozialen Konsequenzen behaupten
die Propagandisten der Globalisierung, dass seine
heutige Umwälzungsdynamik eine Antriebskraft für
Innovation, Fortschritt, allgemeine Wohlstandsmehrung
und effektive Bedürfnisbefriedigung sei. Nicht zu
übersehen ist jedoch, dass der Preis für diese
„Leistungsfähigkeit“ in zunehmender
Rücksichtslosigkeit gegenüber den Individuen besteht.
Die Triebfeder der globalen kapitalistischen
Entwicklung ist nun mal die Konkurrenzorientierung,
die den Subjekten ein zwanghaftes Verhältnis zu sich
selbst auferlegt und die Konfrontationsbereitschaft
gegenüber den anderen Mitmenschen fördert. Somit
werden das Denken und Handeln Aller ausschließlich dem
Verwertungsdruck untergeordnet. Wer dabei nicht
uneingeschränkt leistungsfähig ist, wird ins Abseits
gestellt. Letztlich sorgt die Vergesellschaftung über
den Markt für Vereinzelungstendenzen und vermittelt
das Gefühl, hilflos ausgeliefert zu sein. Weil
Profitinteressen und Verwertung einen höheren
Stellenwert als Selbstverwirklichung besitzen, weil
die Arbeit zum Markt getragen werden muss und
sämtliche Fähigkeiten sowie emotionalen Potenzen zur
Ware degradiert werden, ist nur die konsequente
Infragestellung des Bestehenden eine vernünftige
Reaktion.
Der Aufbau von notwendiger linker Gegenmacht zu den
alltäglichen Zumutungen des Kapitalismus beginnt im
kleinen und sollte verschiedenste Aktionsformen
beinhalten und bündeln. Dazu gehören neben Protesten,
Demos und (Uni-)Streiks auch ziviler Ungehorsam,
bewusste Regelverletzungen, das „Krankfeiern“ und
Verweigerungen bei der Arbeit oder der gute alte
Kaufhausklau... Das alles nach dem Motto: Wenn Dir der
Kapitalismus schon nix mehr geben will, klau Dir
wenigstens einen Teil Deines Lebens zurück!
Ausgehend vom notwendigen Widerstand im Alltag ist es
in Zeiten des globalisierten Kapitalismus für die
gesamte Linke unumgänglich, den Blick auf eine Politik
der radikalen Gesellschaftsveränderung zu richten.
Diese muss sich zwangsläufig mit unterschiedlichsten
Aktionen zu aller erst gegen den neoliberalen Diskurs
wenden, der die Individuen ausschließlich als
Marktsubjekte und Besitzindividualisten definiert
sowie Wettbewerb und das Prinzip des Rechts der
Stärkeren in alle Lebensbereiche trägt. Ein solcher
Prozess weist klar über die
bürgerlich-kapitalistischen Verhältnisse, die auf
vielfältigen Herrschaftsverhältnissen und
gesellschaftlichen Spaltungen basieren, hinaus. Dabei
liegt die Perspektive ihrer Überwindung jedoch sicher
nicht in einem einmaligen Umsturz und Bruch. Selbst
unter günstigeren gesellschaftspolitischen
Kräfteverhältnissen können angesichts der Komplexität
gesellschaftlicher Veränderung traditionelle
Vorstellungen von Revolution bestenfalls naiv sein. So
verständlich die Sehnsucht nach modellhafter
Übersichtlichkeit und einfachen ideologischen
Antworten ist, so leicht kann sie in einer tatsächlich
unübersichtlichen und höchst widersprüchlichen
Realität zu erfolglosen Ergebnissen führen.
Die Bestimmung linksradikaler Politik kann daher nur
als offener globaler Suchprozess erfolgreich sein, in
den sich die bundesdeutsche Linke stärker einmischen
sollte.
Es geht daher für uns – 85 Jahre nach der Ermordung
von Liebknecht und Luxemburg – vor allem darum, mit
vielfältigen praktischen Aktionen und pointierter
radikaler Kritik den neoliberalen Konsens zu
unterlaufen und damit auf den verschiedensten Ebenen
die Kräfteverhältnisse für eine antikapitalistische
Perspektive zunächst einmal zu öffnen. Die LL-Demo als
größte linke Veranstaltung in der Bundesrepublik
gehört zweifelsfrei dazu!

+++ alles für alle +++ freedom of movement +++
kapitalismus abschaffen +++ soziale zentren erkämpfen
+++ her mit dem schönen leben +++ recht auf
legalisierung +++ kostenlose bildung für alle +++

+++ LL-DEMO +++ Sonntag, 11. Januar 2004 +++ 10 Uhr
+++ U-Bahnhof Frankfurter Tor (U5) +++

+++ Antifaschistische Linke Berlin [ALB] +++ mehr
Infos:  http://www.antifa.de +++

+++ Kontakt:  mail@antifa.de +++ Plakat- und
Aufrufbestellungen zu allen Events am 10./11.01. in
Berlin per Mail bitte an:  lieblux2004@yahoo.de +++


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+++ 10.01.2004 +++ Veranstaltung +++

„Mein Leben teilt sich in die Zeit vor und nach
Göteborg...“
Militante GlobalisierungsgegnerInnen
Veranstaltung und Dokumentarfilm (Schweden 2003, 90
min)

Gegen den EU-Gipfel 2001 in Göteborg hatten
politischen Gruppierungen mobilisiert, die auch zu
Aktivitäten gegen andere internationale Gipfeltreffen
wie IWF- und Weltbank-, WTO-Tagung oder G8-Treffen
aufrufen und die als „Antiglobalisierungsbewegung“
zusammengefasst werden: Menschenrechts- und
Umweltschutzorganisationen, EU-feindliche Bauern,
reformistische NGOs, Gewerkschaften und
SozialstaatsverteidigerInnen gehören ebenso zu dieser
äußerst heterogenen Protestbewegung wie radikal
antikapitalistische und antistaatliche Gruppen.
Gemeinsam ist ihnen die Ablehnung der – im
wesentlichen von den führenden wirtschaftlichen
Blöcken wie der OECD, den G8-Staaten oder eben der EU
vorangetriebenen – weltweiten neoliberalen
Deregulierung.
Die Proteste in Göteborg waren einer der ersten
Höhepunkte der Antiglobalisierungsaktivitäten in
Europa. Sie wurden vom ersten Moment an mit harter
Repression konfrontiert – schon während des Gipfels
gab es mehrere hundert Verletzte durch
Polizeieinsätze, davon einige Schwerverletzte.
Nach dem Gipfeltreffen wurden allein in Schweden 62
Urteile gefällt. 41 Personen wurden zu Knast
verurteilt, die durchschnittliche Haftdauer lag bei
dreizehneinhalb Monaten.
Der Dokumentarfilm portraitiert acht GipfelgegnerInnen
aus Schweden, nachdem sie ihre Haftstrafen abgesessen
hatten. Sie berichten über ihre politische Motivation,
ihre Vorstellungen von einer anderen Gesellschaft, von
den Demos und der Militanz in Göteborg und über ihre
Konfrontation mit der Repression.
Auch mehr als zwei Jahre nach den Protesten während
des EU-Gipfels in Göteborg fahnden die schwedischen
Behörden unter munterer Amtshilfe der deutschen
Kollegen noch immer nach „Gewalttätern“. Vier Prozesse
hat es in diesem Jahr in Deutschland bereits gegeben.
Mehrere Verfahren sind noch in der Schwebe – im
November 2003 gab es bei zwei jungen Männern aus
Berlin Hausdurchsuchungen, bei denen Beweise für die
Teilnahme an militanten Auseinandersetzungen gesucht
wurden.

+++ Doku-Film und Veranstaltung +++ Samstag, 10.
Januar 2004 +++ 19 Uhr +++ Humboldt-Universität (Unter
den Linden) +++
+++ Veranstaltung der ALB in Zusammenarbeit mit dem
Arbeitskreis Kritischer JuristInnen der HU +++

+++ Infos:  http://www.antifa.de +++


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+++ 10.01.2004 +++ FIESTA ZAPATISTA +++
+++ Kino +++ Cocktails +++ Ausstellung +++ Party +++
Essen +++ Spaß +++

Am 1. Januar 2004 jährt sich zum 10ten Male der Beginn
des Aufstandes der Zapatistas (EZLN, Ejercito
Zapatista de la Liberación Nacional) im mexikanischen
Bundesstaat Chiapas. Ein Ereignis, das weltweit großes
Aufsehen erzeugte. Die Zapatistas haben die Welt
verändert. Sie haben in Millionen von Köpfen neue
Hoffnungen geweckt, neue Vorstellungen von Demokratie,
Gerechtigkeit und Würde entwickelt. In ihrem Geist
haben sich auch in der gesamten westlichen Welt
unzählige neue Gruppen und Bewegungen
zusammengefunden. Die ZapatistInnen aus dem
mexikanischen Chiapas gehören zu den BegründerInnen
der internationalen Bewegung gegen die kapitalistische
Globalisierung. Ihre Politik ist nicht irgendeine
Politik, sondern Politik der Kommunikation:
Mediengerecht, die Rezeptionsgewohnheiten und
Zeitgeistformen der „neuen“ Welt nutzend. Ihre Politik
war und ist die Grundlage, aus der sich die Proteste
von Seattle, Prag, Genua und Cancun nährten. Grund
genug, den 10ten Geburtstag dieser Bewegung(en) mit
einem rauschenden Fest mit Videos, Liveacts und DJs zu
begehen.

+++ Party +++ Samstag, 10. Januar 2004 +++ ab 22.30
Uhr +++ Hebbel-Theater am Ufer (U-Bahnhof Hallesches
Tor) +++
+++ DJ PANKO (Barcelona) +++ PLATTENTECTONIK (Berlin)
+++ DONE (HH) +++

Die FIESTA ZAPATISTA wird veranstaltet von ACT! –
einem Zusammenschluss der Berliner Gruppen
Antifaschistische Linke Berlin [ALB], Für eine linke
Strömung (FelS), Autopool und Gruppe Si.

+++ mehr Infos demnächst auf  http://www.antifa.de und
 http://fels.nadir.org +++


 

24.12.2003
ALB, FelS und andere   [Aktuelles zum Thema: Soziale Kämpfe]  Zurück zur Übersicht

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